Trotz Kälte viele Pilzarten entdeckt

Pilzexkursion des Rosenthaler Vereins für naturnahe Erholung

Zu einer sonntäglichen Pilzexkursion in den heimischen Burgwald hatte der Verein für naturnahe Erholung eingeladen. Der ehemalige Biologielehrer Walter Mengel führte die ca. 20 Teilnehmer in den lichten Fichtenwald nahe der Tiefenbach.
Gleich zu Beginn, bei der Kuckuckshütte, begegnete die Gruppe dem „Nebelgrauen Trichterling", auch Graukappe genannt, in einem großen Hexenring. „Leider", so Mengel, „kann ich Ihnen diesen Pilz nicht mehr empfehlen, er gilt nach neueren Erkenntnissen als unverträglich."
Auf ihrem Waldspaziergang entdeckten und bestimmten die Teilnehmer 21 Pilzarten. Von den Röhrlingen allerdings waren wegen der Witterungsbedingungen nur noch 4 Arten zu finden: der Maronenröhrling, der Goldröhrling, der Rotfußröhrling und die Ziegenlippe. Lamellenpilze dominierten in großen Hexenringen, besonders die Ritterlinge und Trichterlinge. Der „Violette Rötelritterling" war der Pilz des Tages. Trotz seiner ungewöhnlichen lila Färbung sei dieser ein vielseitig verwendbarer und schmackhafter Speisepilz, verriet Mengel. Wie fast alle Speisepilze solle er jedoch nur gekocht gegessen werden.
Die Gruppe fand auch Pfifferlinge und falsche Pfifferlinge. „Man spricht von so genannten Doppelgängern", erklärte der Exkursionsleiter. Der echte Pfifferling hat einen wellig verbogenen, der falsche einen kreisrunden, flachen Hut. Der echte riecht angenehm aromatisch und schmeckt mild bis pfeffrig. Der falsche Pfifferling riecht und schmeckt weniger gut, er kann gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden auslösen, gilt aber nicht als giftig.
Weitere Doppelgänger waren der Anis-Champignon und der Karbol-Champignon. Der Anis-Champignon riecht nach Anis und ist wie der Wiesen-Champignon ein guter Speisepilz. Der Karbol-Champignon riecht nach Desinfektionsmittel und verursacht Erbrechen. Champignons haben grau-rosa, später purpurbraune bis schwarze Lamellen, nie reinweiße. Auf keinen Fall dürfe man sie mit den tödlich giftigen Knollenblätterpilzen verwechseln, warnte Mengel. Knollenblätterpilze haben immer weiße Lamellen.
Mit Nachdruck wies der Exkursionsleiter auf die Bedeutung der Pilze im Naturhaushalt des Waldes hin. Pilze zersetzen totes Holz. Pilze leben in Symbiose mit vielen Bäumen; dabei liefern sie den Bäumen Wasser und Mineralien, die Bäume versorgen die Pilze mit Zucker und Stärke (Photosynthese). Einige Pilze wachsen auch als Parasiten auf lebenden Bäumen, wie z.B. der Zunderschwamm auf der Buche.
In der Medizin hat der Schimmelpilz Penicillium große Bedeutung erlangt. Aus ihm wird das Antibiotikum Penicillin hergestellt, das seitdem vielen Menschen das Leben gerettet hat.

Im nächsten Jahr soll die Exkursion zu einem früheren Zeitpunkt stattfinden, in der Hoffnung dann mehr Speisepilze anzutreffen. Diese sollen dann gemeinsam zubereitet und gegessen werden.

Elfriede und Walter Mengel

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Bilder von
H. Vaupel + J. Mengel