Zu den historischen Grenzsteinen im ehemaligen Deutschordenswald

Unter dem Motto „Ansichtssache Grenzsteine" waren 15 Rad- und Wanderfreunde aus Schönstadt im südöstlichen Burgwaldareal, dem Mönchwald, mit den Wanderführern Helmuth Vaupel und Günter Klingelhöfer vom Rosenthaler Verein für naturnahe Erholung unterwegs. Die an historischen Grenzsteinen und ihrer lokalen Geschichte interessierten Gäste von Südrand des Burgwaldes zeigten sich erstaunt über noch vorhandene Grenzmale, die einst die Außengrenzen des Deutschordens - Hof Merzhausen markierten,
Helmuth Vaupel, im vergangenen Jahr vom Amt für Bodenmanagement in Wiesbaden zum Obmann für historische Grenzsteine um Rosenthal ernannt, gab Erläuterungen zu der von ihm erstellten Dokumentation mit den noch vorhandenen historischen Grenzmalen im Mönchwald. Wie aus der Handzeichnung des Kartographen Hermann Rudolphi aus dem Jahr 1700 zu ersehen ist, markierten einst 60 Grenzmale das Deutschordensterritorium Merzhausen. Nur ein Viertel dieser kulturhistorischen Grenzmarken sind noch in überwiegend guterhaltenen Zustand anzutreffen. Hier als Gemarkungssteine oder als umfunktionierte Abteilungssteine.

Die eingemeißelte Jahreszahl 1736 weist auf die Neuvermessung hin, deren Grundlage die Rudolphi - Zeichnung von 1700 bildet. Das gut erkennbare Ordenskreuz auf der Steinmitte zeigt zum Ordenswald hin, während die Meißelung H (Hessen) und die Jahreszahl 1736 darunter die gegenüberliegende Steinseite zieren. Das eingemeißelte und auf den Kopf gestellte N (Umklappung) mit der Steinnummer ist auf der schmalen Seite der Grenzsteine angebracht.
Der Deutsche Orden hatte den Besitz in Merzhausen bei Rosenthal mit dem zugehörigen Mönchwald im Jahr 1256 von den Ziegenhainer Grafen geschenkt erhalten und durch Zukauf weiteren Grundbesitzes vergrößern können. Bis zum Ende der Deutschordensballei Hessen 1809 in napoli - onischer Zeit, konnte der Orden seinen Freihof Merzhausen behaupten.

Für die südliche Kreisgrenze Waldeck/Frankenberg und Marburg/Biedenkopf, die zugleich auch die Gemarkungsgrenze - Süd der Stadt Rosenthal bildet, ist ein Themenweg für Historische Grenzsteine in Planung. Mit eingebunden in diesen Grenzsteinweg werden weitere kulturhistorische Besonderheiten wie; der ehemalige Deutschordenshof Merzhausen, die ehemaligen Köhlermeiler am Alten Rosenthaler Weg und die Judenquelle im Langengrund. Der Streckenverlauf und ausführliche Erläuterungen werden den Infotafeln zu entnehmen sein. So ist auch das Naturschutzgebiet Merzhäuser Teiche mit einer Schautafel in den Grenzsteinweg integriert. Mit dem Ausbau des „sanften Tourismus" in der Burgwaldregion wird dieses kulturhistorische Angebot eine große Bereicherung sein.

Die Schönstädter Wanderer zeigten sich erstaunt über die noch gut erhaltenen Grenzmarken und über die abwechslungsreiche Waldlandschaft die sich ihnen bot. Ein Dankeschön galt den Wanderführern für die informative Wanderung. Für das nächste Jahr wurde eine weitere Grenzsteinwanderung vereinbart.

Helmuth Vaupel