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Winterwanderung im Burgwald" am 20.02.2011
Auf kulturhistorischen Spuren waren 32 Wanderfreunde des Rosenthaler Vereins für naturnahe Erholung im nahen Burgwald. Unter ihnen auch wieder Kinder und Gastwanderer aus Niederweimar und der Burgwaldregion. Ab Seegerteichhütte führte die Rundwanderung auf dem R 9" über Brachterpfad" und Lennblick" ins Naturschutzgebiet Merzhäuser Teiche" und weiter zum ehemaligen Deutschordenshof Merzhausen". Der Deutsche Orden hatte den Besitz in Merzhausen mit dem zugehörigen Mönchwald im Jahr 1256 von den Ziegenhainer Grafen geschenkt erhalten und durch Zukauf weiteren Grundbesitzes vergrößern können. Bis zum Ende der Deutschordensballei Hessen im Jahre 1809 in napolionischer Zeit, konnte der Orden seinen Freihof Merzhausen mit seinen Waldungen behaupten.
In dem nahen Mönchwald erreichte die Gruppe den Alten Rosenthaler Weg", der bis in die 1880iger Jahre als Hauptverbindungsweg von Rosenthal in Richtung Marburg galt. Hier wurden die alten Köhlermeiler" besichtigt, die nach langer Tradition der Kohlenbrennerei im Burgwald nochmals ein kurzes Aufblühen in den 1940er und 1950er Jahren erlebten. Infolge der Kriegswirtschaft und dem Rohstoffmangel in der Zeit nach dem Zusammenbruch 1945 war dies eine gute Lösung. In den fünf gemauerten Öfen, die als sogenannte Hangmeiler angelegt sind, wurde nun Holzkohle für die mit Holzvergaser umgerüsteten Kraftwagen produziert. Heute werden die gemauerten Kohlenmeiler durch Abstützen vor weiterem Verfall geschützt. Im nahen Krimmelbach" wurde die Kreisgrenze Waldeck/Frankenberg zu Marburg/Biedenkopf wieder erreicht, wie zuvor beim Naturschutzgebiet Merzhäuser Teiche". Die Kreisgrenze bildet auch zugleich die Gemarkungsgrenze - Süd der Stadt Rosenthal. Zahlreiche Grenzsteine mit dem eingemeißelten Ro" für Rosenthal und dem H" für Hessen oder einem verschlungenen HM" für Hessen Marburg, begleiten die Wanderer bis zur Höhe Wetterwegblick". Herrausragend aus dieser Grenzsteinreihe ist der historische Grenzstein des ehemaligen Deutschordenshofs mit der eingemeisselten Jahreszahl 1736 und der Nummer 13. Dieser Stein wurde zu seinem neuen Standort versetzt und als Abteilungsstein umgearbeitet.
Für die südliche Gemarkungsgrenze der Stadt Rosenthal ist ein Grenzsteinweg als Themenweg in Planung. Eingebunden in dieses Projekt sind weitere kulturhistorische Besonderheiten; wie die Judenquelle" im langen Grund und die historischen Grenzsteine des ehemaligen Deutschordenswaldes im östlichen Mönchwald.
Nach Abschluß der Wanderung kehrte die Gruppe zu Kaffee und Kuchen in die Seegerteichhütte ein. Ein Dankeschön galt den Wanderführern Hermann Möscheid und Hans Waßmuth für die gute Vorbereitung und Durchführung der Wanderung.
Helmuth Vaupel
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