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Auf dem Lahnhöhenweg von Diez nach Laurenburg.
21 Wanderer und Gäste des Vereins für naturnahe Erholung e.V. -Wandern- starteten zur 6. Etappe auf dem Lahnhöhenweg. Bereits die Anreise mit der Bahn von Frankenberg bzw. Ernsthausen über Marburg - Giessen -Limburg nach Diez, durch das blühende Lahntal, war ein besonderes Erlebnis. Trotz mehrmaligem Umsteigen konnte die Wanderung in Diez pünktlich gestartet werden.
Auf dieser Etappe, die über ca. 20 km lang ist, mussten bergauf und bergab ca. 1200 Höhenmeter überwunden werden. Daher wird dieser Streckenabschnitt als schwierig eingestuft. Kenner schätzen den windungsreichen Unterlauf der Lahn als schönsten Teil des Flusses und speziell die hoch aufragenden Steilwände, über die der Lahnhöhenweg führt, bieten immer wieder spektakuläre Aussichten. Steil führt der Weg aus Diez heraus in Richtung Fachingen. Von hier stammt das berühmte Heilwasser, dessen Quelle 1740 entdeckt und wenig später in Krügen international vertrieben wurde. Vom Stadtrand Diez blickt man zurück auf das Schloss Oranienburg. Von 1671 - 1684 ließ Fürstin Albertine Agnes von Oranien - Nassau das Schloss an der Stelle bauen, wo sich die Ruinen des ehemaligen Benediktinerinnenklosters Dierstein befanden. Schloss Oranienstein in Diez gilt als eines der vier Mutterhäuser des niederländischen Königshauses. Sein Name bezieht sich auf den Dillenburger Fürst Wilhelm von Oranien, den bis heute in der niederländischen Nationalhymne besungenen Befreier Hollands, der von der Ginsburg aus gegen die Spanier zog. Hoch über der Lahn führt der Weg durch herrlichen Buchenwald nach Balduinstein, wo für einige Wanderer nach 8 km die Wanderung endete. Erst nach dem der kleine Fremdenverkehrsort erreicht ist, fällt der Blick auf die mächtige Burgruine Balduinstein. Erzbischof Balduin von Trier erbaute sie 1319 als Trutzburg unterhalb der Schaumburg. Die wechselvolle Geschichte mit dem Niedergang der Burg begann als 1443 die Niederburg innerhalb von Balduinstein gebaut wurde. Mitte des 17. Jahrhundert begann der Zerfall. Im 19. Jahrhundert nutzte man die Burgruine als Steinbruch. Im Jahre 1974 wurde das Gelände mit den Nebengebäuden zur Jugendburg Balduinstein umgewidmet. Der Wanderweg führte aus Balduinstein steil bergan zum Schloss Schaumburg, dessen 42 m hoher Turm schon von der Ferne sichtbar wurde. Die Geschichte von Schloss Schaumburg lässt sich bis in das Jahr 915 zurückverfolgen. Urkundlich wird sie im Jahr 1197 unter dem Namen Schauenburg oder Schowenburg erstmals erwähnt. 1812 kam die Schaumburg durch Heirat an das Haus Habsburg - Lothringen. Nach der Flucht aus Ungarn machte sie Erzherzog Stefan von Österreich 1848 zu seinem Wohnsitz. Er ließ sie im Stil englischer Neugotik ausbauen. Der Lahnhöhenweg führt fast vollständig um das Schloss herum. Den schönsten Blick auf die herrliche Schlossanlage hat man von Südwesten.
Vom Felsvorsprung Gabelstein bot sich den Wanderern eine eindrucksvolle Aussicht auf den Lahnbogen um Cramberg. Nach einem steilen Abstieg durch das Höllenloch" wurde auf einer Hochfläche der Ort Steinberg erreicht. Auf der Gemarkung von Steinberg liegt ein besonderer Höhepunkt für Wanderer. Das Naturschutzgebiet Gabelstein - Hölloch, das sich von Steinsberg bis nach Cramberg zieht. Vor dem erneuten steilen Abstieg in das Tal des Rupbach, der hier in die Lahn fließt, mit einem nachfolgenden Aufstieg in die Gemarkung Gutenacker, mussten am Ende des Wandertages nochmals alle Kräfte mobilisiert werden.
Pünktlich zur Abfahrt des Zuges wurde der Bahnhof Laurenburg, der Endpunkt dieser Etappe, ereicht. Die gemeinsame Rückfahrt, mit den in Balduinstein zugestiegenen Teilnehmern, verlief pünktlich. Für einen herrlichen Wandertag bedankte sich die Gruppe bei den Wanderführern Erika u. Winfried Rink, Gisela Kahler und Gerhard Werner für die gute Vorbereitung und Führung dieser Wanderung. Herbert Turian
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