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Auf dem längsten Klippenzug Norddeutschlands
40 Wanderer des Vereins für naturnahe Erholung e.V. - Wandern - und Gäste waren zu Gast bei Wanderfreunden im Weserbergland. Die Stadt Hameln und der Ith - Kammweg, dem mit 22 km längsten Höhenzug Norddeutschlands, waren Höhepunkte eines erlebnisreichen Wandertages. Bereits die Anreise auf der Deutschen Märchenstraße" entlang der Weser über Hann. Münden - Bad Karlshafen - Höxter und Bodenwerder nach Hameln wurde zu einem besonderen Erlebnis. Neben der herrlich blühenden Frühlingslandschaft begleiteten uns auf der Weser zahlreiche Kanuten des alljährlichen Wesermarathons. Ein nicht alltägliches Schauspiel. Unter dem Klang der angestimmten Wander- und Fahrtenlieder und Erläuterungen zu den Besonderheiten der Städte Hann. Münden mit dem Weserstein, der Hugenottenstadt Bad Karlshafen, sowie der Geburtsstadt des Lügenbarons Münchhausen, Bodenwerder, wurde die Rattenfängerstadt Hameln erreicht. Während einer kleinen Stadtführung durch die historische Altstadt wurden die Sehenswürdigkeiten wie Leisthaus, Stiftsherrenhaus, Rattenfängerhaus sowie das Hochzeitshaus aus den 15. u. 16. Jahrhundert besichtigt. Der alte und neue Rattenfängerbrunnen boten ausgezeichnete Motive für Erinnerungsfotos. Kaum hatte die Stadtführerin die Sage vom Rattenfänger aus dem Jahre 1284 erzählt, erschien in einer Seitengasse ein buntgekleideter Rattenfänger mit Pfeife. Obwohl seinerzeit die 130 Kinder in das Ith - Gebirge verschleppt wurden, sind ihm die Wanderer nicht gefolgt. Der Bus brachte die Wandergruppe nach Coppenbrügge zum Ausgangspunkt der Wanderung wo sie vom Wanderführer Heinz Urban und der Vorsitzenden des Hameler Weserbergland Vereins Heidi Gatzlaf begrüßt wurde. Nach einer kurzen Erläuterung des Wanderführers zur Wanderstrecke, begann für 19 Teilnehmer mit einem steilen Anstieg die 20 km lange Tour auf dem Kammweg des Ith. Der gesamte Weg verläuft auf zwei Durchgangswanderwegen. Es handelt sich um den Roswithaweg ( XR - Nienburg - Bad Gandersheim) und dem internationalen Fernwanderweg (XN - Niederlande - Harz). Durch das Naturschutzgebiet Saubring - Oberberg" wurde die Teufelsküche und über Treppenstufen der Fahnenstein mit einer herrlichen Aussicht erreicht. Entlang der Bissinger Klippen mit der markanten Felsgruppe Adam und Eva bot sich nach Westen ein Blick bis nach Hameln. Der anstrengende Aufstieg zum höchsten Punkt des Ith - Kammes - dem 438 m hoch gelegenen Ith-Turm - wurde erneut mit einem herrlichen Fernblick belohnt. Frühlingswiese" nennt der Botaniker die erste Blütenpracht im Frühjahr auf dem gesamten Waldboden des Ith. Flächendeckend blühen Himmelsschlüssel, Veilchen und Milzkraut sowie weitere Frühblüher wie Annemonen und Lerchensporn. Nach dieser Blütenpracht dominierte jetzt , ebenfalls flächendeckend, der würzig riechende Bärlauch mit seinen großen Kugeldolden. Wie durch eine Schneelandschaft schlängelte sich der schmale Pfad über den Gebirgszug. In Höhe eines mächtigen Steinbruchs wurde die Verbindungsstraße von Lauenstein überquert. Ab hier glich der schmale, dicht bewachsene Wanderweg einem Dschungelpfad". Er erforderte volle Aufmerksamkeit nach unten, oben und zur Seite. Über den Poppenstein - Bremker Paß führte der Weg hinauf zum Eggerser Berg und weiter bis zu den Bremker Klippen". Nach einem steilen Abstieg vom Kammweg wurde oberhalb von Ockensen das Naturdenkmal Wasserbaum" erreicht, dem Endpunkt beider Wandergruppen. Die Wanderstrecke der zweiten Gruppe begann in Lauenstein und führte auf aussichtsreichen Waldwegen und Pirschpfaden ca. 10 km am östlichen Hang des Ith - Gebirges entlang. Im Tal des Flüsschens Saale erblickten die Wanderer das Sole - Bad Salzhemmendorf und dahinter die Klippen der Thüster Berge mit den riesigen Kalkstein und Dolomit-Steinbrüchen. Mit einer zünftigen Einkehr im Scheunencafe´ in Ockensen, einem großen Bauernhof, endete die Wanderung. Der Dank an die Hamelner Wanderfreunde wurde mit einer Einladung in unsere schöne Wanderregion verbunden. Die Heimreise über Hildesheim und der Autobahn nutzten die Teilnehmer zum Austausch von Wandererlebnissen.
Herbert Turian
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