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Über 60 Pilzarten gefunden
Pilzexkursion des Rosenthaler Vereins für naturnahe Erholung
Wie schon im letzten Jahr hatte der Verein für naturnahe Erholung zu einer sonntäglichen Pilzexkursion eingeladen. Diesmal sollten Speisepilze im Mittelpunkt stehen. Der Pilzexperte Walter Mengel führte die 45 Teilnehmer in den lichten Fichtenwald nahe der Kuckuckshütte. Nach einer kurzen Besprechung strömten die Pilzsucher aus, unter ihnen einige eifrige Kinder. Sie alle brachten dem Exkursionsleiter eine Vielzahl von Pilzen, die sie gemeinsam mit ihm bestimmten. Die giftigen und die nicht essbaren Pilze kamen dabei gleich in einen extra Korb, den "Giftkorb". Bei einigen Speisepilzen kann es nämlich zu Verwechslungen mit giftigen oder ungenießbaren Pilzarten kommen. Deshalb legte Mengel besonderen Wert darauf, die sogenannten "Doppelgänger" zu bestimmen. Die Gruppe fand z.B. Pfifferlinge und falsche Pfifferlinge. Der echte Pfifferling hat einen wellig verbogen, der falsche einen kreisrunden, flachen Hut. Der echte riecht angenehm aromatisch und schmeckt mild bis pfeffrig. Der falsche Pfifferling riecht und schmeckt weniger gut, er kann gelegentlich Magen - Darm - Beschwerden auslösen, gilt aber nicht als giftig. Weitere Doppelgänger sind der Anis - Champignon und der Karbol - Champignon. Der Anis - Champignon riecht nach Anis und ist wie der Wiesen - Champignon ein guter Speisepilz. Der Karbol - Champignon riecht nach Desinfektionsmitteln und verursacht Erbrechen. Champignons haben grau - rosa, später purpurbraune bis schwarze Lamellen, nie reinweiße. Auf keinen Fall darf man sie mit den tödlich giftigen Knollenblätterpilzen verwechseln. Knollenblätterpilze haben immer weiße Lamellen. Es wurden einige Giftpilze gefunden: der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz, der Gelbe Knollenblätterpilz, der Fliegenpilz, der Kahle Krempling und einige gefährliche Risspilze. Da die Pilzwanderung in diesem Jahr einen Monat früher stattfand, entdeckten die Pilzsucher diesmal große Mengen an essbaren Pilzen, vor allem viele Röhrlinge: Steinpilze, Maronen, Ziegenlippen, Goldröhrlinge und Birkenpilze. Aber auch einige Lamellenpilze bereicherten die Pilzmahlzeit: eine Menge Ockertäublinge, einige Perlpilze, viele Anis - Champignons und Kuhmäuler. Speisepilze sind sehr gesund. Sie sind eiweiß- und mineralstoffreich, aber kalorienarm. Da Pilze leicht verderbliches Eiweiß enthalten, sollten sie in einem Korb gesammelt und am selben Tag verarbeitet werden. Die Körbe mit Pilzen gefüllt, trafen sich die meisten Pilzsucher an der Seegerteichhütte. Hier sortierte Walter Mengel die gefundenen essbaren Pilze auf einem großen Tisch nach Pilzgruppen, erklärte und überprüfte sie noch einmal. Anschließend wurden die Pilze gesäubert. "Gemischte Pilzpfanne mit Reis" hieß die leckere Mittagsmahlzeit, die alle Teilnehmer genießen durften. Jutta Weiner und Gisela Kahler hatten sie aus dem Sammelgut zubereitet. Der Organisator und Vorsitzende des Vereins für naturnahe Erholung, Herbert Turian, bedankte sich bei allen Teilnehmern und Mitwirkenden und freute sich über die gut besuchte Veranstaltung.
W. Mengel
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