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Wanderung entlang der historischen Grenze des Deutschordenshofs Merzhausen 06.04.2013
Jeder Stein ein Denkmal", lautete diesmal das Motto der zweiten Grenzsteintour zu einer außerplanmäßigen Exkursion des Vereins für naturnahe Erholung Rosenthal. Einst markierten sie die Grenzen, heute geht es um ihren Erhalt. Historische Grenzsteine sind steinerne Zeugen der Lokalgeschichte. Es gilt ihre Geschichte lebendig zu erhalten und Neugier bei Interessierten zu wecken sowie Kenntnisse über die manchmal versteckt liegenden Objekte und ihre Bedeutung zu vermitteln. Darum bemühen sich Helmuth Vaupel -Obmann für historische Grenzsteine- und Heimatforscher Günther Klingelhöfer. Sie wollen mit ihren Grenzsteinexkursionen zeigen welche verborgenen Schätze der Burgwald noch bereit hält. Entlang der ehemaligen Grenze des Deutschordenshofs Merzhausen waren die Wanderführer mit 14 Interessenten unterwegs und informierten über die einstigen Köhleröfen am Alten Rosenthaler Weg", über den ehemaligen Deutschordenshof und seine historischen Grenzsteine. Zu der Rundwanderung startete die Gruppe an den Köhleröfen. Hier wurde über die lange Tradition der Kohlenbrennerei im Burgwald berichtet, die in den 1940er und 1950er Jahren nochmals ein kurzes Aufblühen infolge des Rohstoffmangels nach dem Zweiten Weltkieg erfuhr. In den Kriegsjahren wurde medizinische Kohle produziert, in der Nachkriegszeit war es Holzkohle für die mit Holzvergaser umgerüsteten Kraftfahrzeuge. Hessen - Forst hat gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen -Bau- und Kunstdenkmalpflege- Marburg einen gemauerten Köhlerofen restauriert und dauerhaft vor dem Verfall geschützt. Ihnen ist es zu danken, dass wir heute noch Einblick in die einstige Technik zur Holzkohlegewinnung nehmen können. Der Deutschordenshof Merzhausen gehörte zur Niederlassung der Deutschherren in Marburg. 1256 überließ Graf Berthold von Ziegenhain dem Deutschen Orden seine Güter in Merzhausen mit allem Zubehör. Bereits 1261 lässt sich ein von Mitgliedern des Marburger Konvents geführter Gutsbetrieb fassen. Durch die Auflösung geistlicher Besitzungen im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses verlor der Deutsche Orden 1809 seine Güter in der Ballei Hessen. Der Waldbesitz wurde Staatswald, das Hofgut Merzhausen in Erbleihe gegeben und dem Ortsverband Rosenthal eingegliedert. Das Anwesen wurde Privatbesitz. 1880 erfolgte der Verkauf an den Forstfiskus , der die Anlage als Forsthof nutzte. 1888 schied Merzhausen aus dem Ortsverband Rosenthal aus und wurde dem Gutsbezirk Oberförsterei Bracht und damit dem Kreis Marburg zugeschlagen. Heute befindet sich der Gebäudekomplex in Privatbesitz und wurde sorgfältig renoviert.
Teutsch Ordens Gehöltze der Münnich Wald genannt" Von kulturhistorischer Bedeutung sind die zum Teil über dreijahrhunderte alten Grenzmarken des einstigen Deutschordenshofs. Etwa 60 Grenzsteine sind auf dem Plan des Teutschen Freijen Ordens Hoffs Mertzhausen" verzeichnet. Die von Geometer Hermann Rudolphi im Jahr 1700 aufgenommene farbige Handzeichnung zeigt durch Grenzlinien und Grenzsteinen den scharf abgegrenzten Bereich von Merzhausen und dem zugehörigen Mönchwald. Nur 25 Grenzmarken sind heute in überwiegend gut erhaltenen Zustand anzutreffen. Dieser historischen Karte folgten die Wanderer bei ihrem Grenzbegang. Sie wurden mit den Symbolen und Inschriften auf den Grenzsteinen vertraut gemacht. Zu sehen sind Grenzmale mit dem eingemeißelten romanischen Ordenskreuz, dem Kreuz der Ordensritter (Tatzenkreuz), dem Ordenkreuz auf Gütersteinen und das Andreaskreuz. Dem gegenüber steht das eingemeißelte H = Landgrafschaft Hessen mit der Jahreszahl 1736, das R = Rosenthal und M = Merzhausen. Diese Steine mit unterschiedlich eingemeißelten Ordenskreuze, sind einer jeweiligen Epoche zuzuordnen. So sind auch Steinblöcke mit Symbolen und Steinnummern anzutreffen, die vermutlich aus der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts stammen. Die Steine im Ordenswald tragen an der schmalen Steinseite eine laufende Nummer. Die Informationstafeln entlang der Grenzsteinwandererwege geben hierzu weitere Auskunft. Fazit der Wanderführer: Auch diese Grenzsteinwanderung machte Geschichte lebendig und verständlich und fand bei den Teilnehmern Zustimmung dies auch für weitere Touren.
Helmuth Vaupel
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