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Rosenthaler Wanderer auf dem Urwaldsteig am Edersee
Zu einer anspruchsvollen Wanderung für leistungsstarke Wanderer hatten die Wanderführer Hermann Möscheid und Norbert Siebert vom Verein für naturnahe Erholung -Wandern- Rosenthal eingeladen. Trotz kleinerer Änderungsvarianten waren an drei Tagen ca. 70 km auf teilweise schwierigen Steigen zu erwandern, um am Ende die gewünschte Wandernadel mit dem Emblem des Wegezeichens (U/E) zu erhalten. Der Urwaldsteig des Edersees ist nicht nur durch eine attraktive Seenlandschaft, sondern zugleich durch Wälder geprägt, die in ihrer Ursprünglichkeit einzigartig sind. Besonders die Laubwälder an den Steilhängen des Sees zählen nach heutigen Erkenntnissen zu den letzten kleinflächigen Urwaldresten der westlichen deutschen Mittelgebirge.
Zehn Wanderer starteten in der Nähe des Zeltplatzes (gegenüber von Harbshausen) zur ersten, 22 km langen, Etappe bis zur Halbinsel Scheid. Auf guten Wanderwegen führte die Strecke am See entlang bis zur Jugendherberge Hohe Fahrt. Nach steilem Anstieg ging es oberhalb der Fahrstraße zum Aselstein (ehem. Dorfstelle) und weiter Richtung Asel zum Wanderparkplatz unterhalb des Katzenbergs. Über den Nelkenstieg" (bes. Vorkommen der seltenen Pfingstnelken) wurde der Knorreichenstieg" erreicht. Der schmale Weg führte oberhalb des Sees entlang eines steil nach Süden abfallenden Hanges. Dieser Steilhang bietet herrliche Ausblicke auf den See. Trotz des hohen Alters erinnern die Eichen an Bonsais. Durch den flachgründigen und felsigen Untergrund sind die Bäume sehr kleinwüchsig. Nach der Durchquerung einiger Blockhalden wurde die -aus der Keltenzeit stammende- Hünselburg" erreicht. Steil führte der weitere Weg hinunter zum See und weiter bis zur Kahlen Hardt". Vom besonders interessanten Steilhang der Kahlen Hardt", der nicht ungefährlich ist, boten sich bis zur Halbinsel Scheid herrliche Ausblicke auf den See. Zur Überraschung der Wanderer hatten die Wanderführer, zur Erreichung des Übernachtungshotels, eine Schifffahrt zur Sperrmauer organisiert.
Zur zweiten Etappe brachte ein Bus die Teilnehmer zum Ausgangspunkt der Halbinsel Scheid zurück. Gemeinsam mit dem Kellerwaldsteig" (K) führte die Strecke oberhalb der Niederwerbe - Bucht bis Niederwerbe. Nach einer längeren Steigungsstrecke wurde der Aussichtspunkt Mühleck" erreicht. Durch urwüchsige Krüppel- Eichen und Buchenwälder musste das wildromantische Bärental" durchquert werden. Nach der Holzbrücke folgte ein steiler Anstieg, der auf einem bequemen Weg bis zur Talstation der Waldecker Bergbahn" führte. Auf schmalen Pfaden wurde der Hangbereich des Ziegenberges" durchquert, wo der Aussichtspunkt Kanzel" einen herrlichen Blick auf die Sperrmauer bot. Der einsetzende Regen, der bis zum Etappenende anhielt, konnte die Stimmung nicht vermiesen. Stark durchnässt wurde das Tagesziel in Hemfurth erreicht.
Nach einem guten Frühstück und getrockneten Wandersachen wurde die Dritte und letzte Etappe in Angriff genommen. Der letzte Tag wollte es noch einmal wissen! Hinauf zum Peterskopf" und dem Hochspeicherbecken mussten auf kurzer Distanz 200 Höhenmeter überwunden werden. Ab hier führt der Wanderweg durch den Nationalpark Kellerwald - Edersee". Unterhalb des Speicherbeckens führt der Weg über den Hegekopf" zu den Urwaldbeständen am Weißenstein" und weiter über den Burberg" und Ochsenwurzel - Kopf" (mit 542 m höchster Punkt des Urwaldsteigs) zu den Borndellen". Nach einer Rast am Sauermilchplatz" wurde der Daudenberg" mit seiner felsigen Gipfelkuppe erreicht. Über den Bloßenberg" und den Arensberg" geht es hinunter nach Asel Süd. Ein steiler Anstieg zum Ringelsberg" mit seinen imposanten Baumriesen und pilsbesetzten Baumstümpfen war nochmals eine besonders Herausforderung. Nördlich des Salzkopfes" zog sich der Wanderweg um zahlreiche, enge Schluchten bis zu den Abhängen unterhalb des Albert-Schweizer - Zentrums. Vorbei an einem Hügelgrab wurde das Urwaldgebiet "Hagenstein", an der Westgrenze des Nationalparks erreicht. Ab der Wegekreuzung Himmelsbreite" wurde die Wanderung auf einem urigen Pfad durch die Nordausläufer des Hagensteins bis zum Ziel, dem Nationalparkhaus, fortgesetzt.
Bei einem Abschlusstrunk bedankten sich die Teilnehmer bei den Organisatoren Hermann Möscheid und Norbert Siebert für die gute und gewissenhafte Vorbereitung und Führung einer interessanten, aber anstrengenden Rucksackwanderung auf einem erlebnisreichen Wanderweg unserer näheren Heimat.
Herbert Turian -Pressewart-
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