Unsere Wanderung setzen wir gemeinsam mit dem X 13 (Studentenpfad) und C (Christenbergweg) hinunter in den moosgrünen Christenberger Talgrund fort. Vorbei an „Roths Börnchen" erreichen wir ein weiteres Naturschutzgebiet in einem reizvollen Burgwaldtal.
Das NSG „Christenberger Talgrund" (330-305 m NN) ist mit 108 ha flächenmässig das zweitgrösste Naturschutzgebiet im Burgwald und liegt zwischen dem Christenberg und Mellnau. Es hat eine muldenförmige Geländestruktur. Quellige Grundwasseraustritte konnten im Zusam-menspiel mit brach gefallenen Feuchtwiesen Lebensräume für Gesellschaften der Flachmoore schaffen. Durch Renaturierungsmassnahmen und das Aufstauen von Wasser ist dort wieder eine richtige Moorlandschaft entstanden, die zu den interessantesten Naturschutzgebieten des Biotop-Verbundsystems Burgwald zählt. Tümpeln und Moosinseln sind für „Tälerring" Wanderer sehr gut einsehbar. Wir stossen auf den befestigten Forstweg der von Simtshausen herauf zur Umdraht führt und wandern nach links.

(Abgang: X 13 (Studentenpfad) (Kontakt: B (Burgwaldpfad).
Hier kreuzen wir alsbald den „Burgwaldpfad" (B) der nach rechts hinauf mit dem X 13 (Studentenpfad) und dem Rundweg „C" (Christenbergweg) zum Christenberg (Kesterburg) führt. Der „C" (Christenbergweg) begleitet uns auf seiner Anfangsstrecke bis nach Münchhausen. Das NSG Christenberger Talgrund findet hier seine Fortsetzung und lässt uns die biologische und geschichtliche Vielfalt des Burgwaldes spüren.

Mit den drei wüstgefallenen Burgen: Kesterburg, Lützelburg und Lüneburg, hat dieser Ort auch kulturhistorisch etwas zu bieten. Die „Kesterburg" (Christenberg) war ein Keltischer Fürstensitz und Fliehburg zugleich. Aus dieser Zeit könnten auch die zahlreichen „Hügelgräber" am Klutzkopf sein die unterhalb der Kesterburg anzutreffen sind. Im 7.Jahrhundert wurde auf dem Christenberg eine neue karolingische Festungsanlage gegen die Sachsen errichtet. Nach dem Ende der Sachsenkriege war der Christenberg hauptsächlich als kirchliches Zentrum von Bedeutung. Sehenswert sind die romanische Martinskirche aus dem 11.Jahrhundert, Mauerreste der Keltenburg sowie einer Karolinger Festung und das Museum im Küsterhaus.

Wenige hundert Meter nach der Wegekreuzung von Tälerring und Burgwaldpfad passieren wir die Anhöhe der wüstgefallenen „Lüneburg". Reste der Burg finden sich auf einem der Kesterburg (Christenberg) südwestlich vorgelagerten, kräftig ansteigenden Bergkegel. Urkundlich wird über ihr Alter, ihre Bedeutung und ihre Funktion nichts überliefert, Scherbenfunde könnten aus dem 12.Jahrhundert stammen. Die ältere Literatur bezeichnet sie aber als altgermanische Vorburg der Kesterburg. Die Befestigung der Lüneburg besteht aus Innenwall, Graben und Aussenwall.

Die „Lützelburg" wurde auf einem vorgelagerten Bergkegel nordwestlich der Kesterburg erbaut, von der es aber keine urkundlichen Belege gibt. Um 420 v.Chr. wird die Erbauung der Burg durch die Kelten vermutet. Das Plateau wurde gen Osten mit Baumstämmen, Erde und Steinen befestigt.
Wer dieses Gelände näher erkunden möchte, dem sei auch die Besichtigung der „Steinmaus" zu empfehlen. Ein rechts vom Fahrweg zum Christenberg gegenüber dem unteren Parkplatz abzweigender sehr schöner Waldweg führt zur Steinmaus. Es ist ein riesiger Stein, der in den siebziger Jahren bei Wasserbohrungen auf dem Christenberg freigeschwemmt wurde. Seiner interessanten Form wegen hat man ihn am Wegesrand aufgestellt.

Zugang: B 6 / Abgang: B 6)
Wir erreichen alsbald den Rastplatz Gesenne (Km 26,5), der uns eine schöne Aussicht in das Wetschaftstal bietet. Am Wald entlang und durch die Feldflur wandernd können wir nochmals einen weiten Blick über das Wetschaftstal bis nach Frohnhausen geniessen, bevor wir zum Sportplatz von Münchhausen mit Parkplatz (230 m NN) (Km 27,5) gelangen.
Mit Münchhausen haben wir auch den westlichsten Punkt unseres Rundwanderweges erreicht. Der Ort Münchhausen mit seinen 1200 Einwohnern liegt am Rande des Burgwaldes im Wetschaftstal. Neben den zahlreichen Fachwerkhäusern, der Kirche, dem Backhaus sowie der alten Mühle ist der sagenumwobene Christenberg ein touristischer Anziehungspunkt.

(Kreuzung: B (Burgwaldpfad), X 9, Zugamg: X 25, Abgang: B 7)
Vorbei am Sportplatz führt unser Weg nun nach links hinein in das Lippersbachtal. Dem Bachlauf folgend kommen wir nach 800 Metern zum Waldrand. Hier nimmt uns ein immer enger werdendes uriges Tal auf. Wir wandern auf der „Lippersbach-Strasse" - einst Grenzweg zwischen den Forstämtern Wolkersdorf im Landkreis Waldeck-Frankenberg und Wetter im Landkreis Marburg-Biedenkopf -. An der folgenden Wegegabel halten wir uns links und folgen dem schluchtartigen Talzug, durch den sich der Lippersbach schlängelt. Nach gut einem Kilometer kommen wir zum „Ohlandsgraben", ein durch den Lippersbach gespeistes Feuchtgebiet mit kleinem Teich und kleinem Erlenbruchwald, an dessen Oberlauf der Weg in Windungen zu steigen beginnt. Hier zwischen dem „Gerhardsberg" (399 m NN) rechts und dem „Würzeberg" (383 m NN) links von uns, haben wir bis zum Würzebergsattel 110 Höhenmetern vor uns. Erst in der Waldflur „Am Hain" (Kontakt: Eh 3) wird die Bergkuppe erreicht und wir wandern weiter entlang des Bergsattels (Zugang: Eh 2) hinunter auf abschüssigen Schotterweg nach Roda.
Am Westhang des „Würzebergs" (Rundweg: Eh 3) )etwas abseits unserer Wanderstrecke ist das Naturdenkmal „Wichtelhäuser" anzutreffen, eine Felsformation mit Höhlung.
Wir kommen zum Waldrand von Roda, passieren die Wohnsiedlung und gelangen zur Landstrasse L 3087 Ernsthausen - Roda. Der Heimatforscher Dr. Henseling weist darauf hin, dass der Ort Roda 1342 als „Rodahe" überliefert ist und somit als „aha-Ort" (was Wasser bedeutet) zu den ältesten Siedlungen des Wetschaftstals zählt.
Hier überqueren wir die Strasse (Km 32,5) und wandern hinunter in das Tal der Wetschaft. Das Flüsschen „Wetschaft" hat seinen Ursprung im „Landgrafenborn" und mündet bei Lahntal-Göttingen in die Lahn. Die Wetschaftsaue zwischen Roda und Ernsthausen weist anmoorigen und wechselfeuchten Grund auf. Am südlichen Talrand liegt das NSG „Glöckchenheide" von Roda, eine Kiefern-Eichen-Birken-Parzelle von feucht-nassen anmoorigen Stellen durchsetzt.

(Abgang: X 25 + Eh 2)
Wir queren das Wetschaftstal mit seinem Bachlauf und wandern hinüber zum Westhang „Ottersberg" (Km 35,5). Hier verlassen wir nach rechts die Wegekreuzung und gelangen alsbald zum Schafterbach-Teich. Ab hier begleitet uns ein Stück des Weges das Rinnsal „Schafterbach" mit seinem kleinen Erlenbruchwald, bevor wir nach rechts hinauf durch das „Hermannsholz" (366 m NN) und den „Höllengraben" (Zugang: Quernstweg + X 1) den „Herrenweg" erreichen. Der „Benno-Peschke-Stein", links des Weges 250 Meter vom Herrenweg entfernt, weist uns auf das Schicksal von Revierförster Benno Peschke hin. Er wurde am 22.Januar 1944 beim Fällen von Buchen tödlich verletzt.
Wir kommen zum Herrenweg, wandern nach links und nach einigen 100 Metern wieder nach rechts in das westliche Nemphetal hinein.

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