Entlang des schönen Seitentals am „Boosweg" (Zugang: R 10) und der Anhöhe „Bernhardsharth" wandernd, erreichen wir den Parkplatz „Rennplätzchen" (274 m NN) (Km 6,7) Die Heimatforscher Dr. G. Eisel und Dr. J. Henseling vermuten, dass das „Rennplätzchen" ein Ueberbleibsel fränkischer Heerstrassen, der sogenannten „Rennwege" sein könnte. Das Ziel war der Christenberg in den fränkisch-sächsischen Kriegszeiten.
Wir überqueren die Landstrasse L 3077 (Rosenthal - Bracht) und gelangen auf dem Kiesweg in den wasserreichen „Bruchgraben", der das Tal zwischen „Birkenharth" und „Dachslöcher Kopf" tief einschneidet. (Abgang: R 10) Durch die sumpfige und mit Erlen bewachsene Niederung windet sich das „Rote Wasser" schlangenartig an den östlichen Ausläufern der „Krappenhecke" entlang. Wir wandern durch das urige Tal in Laufrichtung des Wassers und kommen zu einer bewaldeten Landzunge. Gegenüber soll sich die „Wüstung Altenbracht" befinden, wie Dr. G. Eisel und auch Dr. J. Henseling annehmen. 1346 findet die Ortschaft eine frühe urkundliche Nennung. Die früheren Dorfbewohner schöpften ihr Trinkwasser aus dem „Druseborn". Nach etwa 500 Metern ab Rennplätzchen in der Biegung rechts des Weges, stossen wir auf die in Stein gefasste Quelle. Nach weiteren 1500 Metern ist der Auslauf des engen Tales erreicht und wir verlassen eine reizvolle Auenlandschaft.
Neben „Altenbracht" sind nach Dr. G. Eisel weitere Wüstungen nennenswert die sich in dem anschliessenden Talzug befinden; so „Steinborn", die nordöstlich von Bracht in der Flur „Steinborn" angesetzt werden muss; „Oberndorf", nordwestlich von Bracht im „Oberndorfer Grund" und „Marbach", westlich des heutigen Dorfes Bracht. (Abgang: X 25).

Nun überqueren wir in unmittelbarer Nähe des Forsthauses Bracht-Nord (Km 8,7) die Landstrasse L 3077 und das Wasser des „Teichgrundes" (255 m NN). Auf einen befestigten Weg führt uns die Tour durch den Wiesengrund hinauf zum Waldrand. Nach einem leichten Linksbogen verlassen wir nach rechts hinauf den befestigten Weg und gelangen auf einem urigen Grasweg in den Wald hinein. Nach etwa 450 Metern stossen wir auf den „Hellebornweg", dem wir nach rechts folgen und so nach weiteren 300 Metern zum „Höhenweg" gelangen. Bis hierher haben wir 120 Höhenmetern aus dem Tal heraus geschafft. Unser Weg bringt uns weiter nach rechts auf dem Höhenweg zunächst gerade aus, dann in einem Linksbogen zu einer Kreuzung die wir wiederum nach links hinunter verlassen. Vor uns liegt eine leicht abschüssige Strecke, die in das quellwasserführende Bachtal des nördlichen „Langen Grund" führt (Km 11,0).
Nach etwa 800 Metern biegt ein Fahrweg aus dem Tal heraus nach rechts ab, der westlich vom „Tauschenberg" den etwas abseits der Wanderstrecke gelegenen „Mal-Stein" passiert.
Der „Mal-Stein" ist ein unbehauener Sandstein und steht auf der Kreuzung einer alten Handelsstrasse. Hier auf der Höhe, die gleichzeitig eine Wasserscheide zwischen Ohm- und Wetschaftstal bildet, wurden in alten Zeiten Waren transportiert weil die sumpfigen Täler meist unpassierbar waren.

Wir bleiben auf unserem Weg und gelangen in das NSG „Langer Grund" (300 m NN). Das schmale Bachtal beinhaltet Heide- und Borstgrasgesellschaften, Flachmooren und Torfmoosdecken. Ein reizvolles Tal, das seltenen und gefährdeten Lebensgemeinschaften der Moore Schutz bietet. Eine Extratour für dieses schöne Tal sollte man einplanen. Ein 10,5 Kilometer langer Rundwanderweg führt durch das NSG. Hier haben wir auch den südlichsten Punkt des Rundwanderweges erreicht.
Wir queren den „Langen Grund" (Km 13,5) (280 m NN) (Zugang: 0 2) und wandern nun auf der anderen Talseite gen Norden durch das Naturschutzgebiet. Es ist ein grosser Bestand an Birken und Erlen zu erkennen. Eine hohe Bodenfeuchtigkeit in diesem auslaufenden Seitental wird der Grund hierfür sein. Nach etwa 900 Metern kommen wir zu einem Waldteich an der Wegekreuzung, die wir nach links hinauf am Fusse der „Geiershöh" (403 m NN) verlassen. In einem grossen Linksbogen bringt uns der Weg zur fünfarmigen Kreuzung mit dem „Hexentanzplatz" (336 m NN).
(Kontakt: „S" Stirnhelle) Zugang: X 1 (Sternweg).
Hier führt die Tour unmittelbar an zwei Burg-"Wüstungen" vorbei, die wir mit der Extratour „Stirnhelle" (S) nach rechts hinauf nach wenigen 100 Metern erreichen können. Dies sind die ehem. „Weisselsburg" und die ehem. „Hundsburg". Für die „Weisselsburg" gibt es keine urkundlichen Belege. Nur im Volksmund kann man den Namen Weisselsburg hören. Der Bergsporn über dem Rosphetal zählt mit seinem alten Buchenbestand für Naturliebhaber zu den schönsten Waldfluren im Burgwald.
Die „Hundsburg" soll im 13. Jahrhundert Sitz der Ritter von Rosphe gewesen sein, die vom Erzbistum Mainz als Verwalter des Burgwaldes eingesetzt waren. Weit vorgeschoben im Westen der Burg deuten behauene Quadersteine auf ein eingestürztes Mauerwerk hin.
Wir überqueren den Hexentanzplatz (336 m NN) und wandern geradeaus eine tief eingeschnittene Hohle hinab, rechts von uns der steile Anstieg zu den ehemaligen Burgplätzen mit zum Teil mächtigen Sandsteinformationen. Die Hohle vor der Weisselsburg verläuft in der Falllinie des Berges. Da nördlich der Weisselsburg die Hundsburg liegt, die einst Sitz der Ritter von Rosphe gewesen sein soll, darf angenommen werden, dass Güter auf diesem Wege zu den Burgen hinauftransportiert wurden. Wenn man dieser Annahme folgt wäre der Hohlweg zu den historischen Kulturlandschaftselementen zu zählen.

Das Rosphe-Tal (272 m NN) (Km 16,5) liegt nun vor uns. (Abgang: X 1) Etwa 50 Meter nach links in Richtung des Ortes Oberrosphe befindet sich der kleine Parkplatz „In der Eiche" mit Rastmöglichkeiten. Wir wandern nach rechts den Talgrund hinauf und erreichen nach etwa 1000 Metern rechts am Hang stehend, den „Heinrich-Acker-Stein". Hier wurde der „Rote Acker", wie er wegen seiner roten Haare in Oberrosphe genannt wurde, von einem Ast beim Baumfällen erschlagen.
Im oberen Tal der Rosphe ist der Wüstungsplatz von „Oberste Rosphe" durch karolingische Scherbenfunde nachgewiesen. Das trifft auch für weitere Wüstungsplätze des Wetschaftstals zu. Nach Meinung von Dr. G. Eisel kann man den westlichen Burgwald als relativ dicht besiedelt mit vorgeschichtlichen Fundplätzen bezeichnen. Nachweislich begann in dieser Region zwischen 750 und 300 v.Chr. die Besiedlung durch die Kelten.
Nach wenigen 100 Metern passieren wir ein kleines NSG mit Amphibien-Teichen. Ein geschnitztes Holzschild macht uns auf den „Johannes-Peter-Steg" aufmerksam. Vom Holzbohlensteg aus lässt sich die urige Landschaft gut aus der Nähe betrachten. Es lohnt sich zu einer weiteren Erkundung des Naturschutzgebietes in westlicher Richtung bis zur „Burgquelle" bei Mellnau. Wir tauchen nun in die Waldestiefe ein, noch begleiten uns Ausläufer des Rosphe-Talgrundes mit grossen Teichen.

Doch dann zieht uns der Wald mit seiner abwechslungsreichen Landschaft in seinen Bann. Wir gelangen zur Waldstrasse, dem „Alten Wetterweg" der einst Verbindungsweg zwischen den Städten Rosenthal und Wetter war. Dem Teerweg folgen wir nach links und verlassen ihn nach weiteren 200 Metern an der „Keutner Wiese" nach rechts hinauf vorbei an einem Waldteich. Nun durchwandern wir eine enge Schlucht. Bis hierher war es ein sanften Anstieg, doch die folgenden 1000 Metern beinhalten eine steile Passage bis zum Plateau. Aus dem Rosphe-Tal heraus bis zum „Mellnauer Kreuz" mit der „Schutzhütte" (405 m NN) (Km 21,5) haben wir 135 Höhenmetern zu bewältigen.
(Zugang: X 1) Die Hütte bietet uns eine willkommene Rastmöglichkeit. (Abgang: X 1) (Zugang: X 13 (Studentenpfad + C (Christenbergweg).

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